Aktionen und Berichte                                             rund um das NSG "Riedensee"

zur Naturschutzarbeit, Interessantem und Wissenswertem


Ergebnisbericht Sandregenpfeifer

Brutsaison 2024

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Bericht Brutsaison Sandregenpfeifer NSG Riedensee 2024
20260408 Prj. Rieden II Brutbestand & Br
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„JUGENDHilfe Stadt und Land“ baute Strandinsel-Zäune am Riedensee ab

Brutsaison der Sandregenpfeifer ist beendet

Am 22.9.2025 besuchte eine Gruppe junger Leute des Vereins „JUGENDHilfe Stadt & Land e. V.“ aus Rostock das Naturschutzgebiet Riedensee für einen Arbeitseinsatz. Gemeinsam baute sie die Strandinseln zurück, sägte Schrott in handhabbare Teile, sammelte Müll und transportierte alles aus dem Gebiet. Es brachte alle ins Schwitzen, die schweren Teile über den Strand zu schleppen. Trotz der anstrengenden Arbeit halfen einige Unermüdliche sogar noch, die Materialien zum Winterquartier zu schaffen. Der engagierte Einsatz wurde am Ende mit selbst gebackenem Zwiebelkuchen belohnt.

 

An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Eindrücke von der Aktion (Maik Langer (5 Fotos) und Ute Becker (4 Fotos))
Eindrücke von der Aktion (Maik Langer (5 Fotos) und Ute Becker (4 Fotos))

 

PRESSEMITTEILUNG VOM 22.9.2025

 

Selbst zu zweit kostete es Mühe, die beiden Handwagen über den Strand zu bewegen. Schwer beladen waren sie, mit Laterneneisen und Werkzeug, Müllsäcken und der Kabeltrommel. Nicht alles passte hinein, weitere dicke Bündel mit Eisenstangen mussten ein gutes Stück über Sand und Steine getragen werden.

 

11 junge Leute waren es, die heute am Strand des Naturschutzgebiets Riedensee in ehrenamtlichem Einsatz waren. Sie zerlegten Schrott, sammelten Müll und nahmen kleine Reparaturen vor. Vor allem aber bauten sie die sogenannten „Strandinseln“ nach dem Ende der Vogelbrutsaison zurück. All das unter fachkundiger Anleitung der Werkstattpädagogen des Rostocker Vereins „JUGENDHilfe Stadt und Land e. V.“, David Kammholz und Maik Langer, sowie der NABU-Rangerin Ute Becker.

 

Der Einsatz der JUGENDHilfe-Beteiligten für diese Aufgabe ist ein Novum, das die NABU-Aktiven am Riedensee sehr zu schätzen wissen. Mit viel Engagement waren die jungen Leute dabei, legten sich gehörig ins Zeug, bis alle Aufgaben erledigt waren. Am Ende nahmen sie wichtige Impulse für ihre zukünftige Berufswahl mit und das zufriedene Gefühl, gemeinsam Sinnvolles geleistet zu haben.

 

Die Strandinseln, temporär mit Laterneneisen und Sisalseil abgezäunte Strandflächen, bieten Strandbrütern während der Saison Ruhezonen auch in touristisch stark genutzten Strandabschnitten. Und mehr als das: Sie schützen die Eier der Sandregenpfeifer davor, von Strandbesuchern zertreten zu werden. Denn die Gelege der kleinen Watvögel befinden sich manchmal mitten auf dem Strand, sie werden aufgrund ihrer perfekten Tarnung leicht übersehen.

 

Ohne die Strandinseln waren Bruterfolge im Naturschutzgebiet Riedensee bei den Sandregenpfeifern fast ein Jahrzehnt ausgeblieben. Auch andernorts macht der zunehmende Tourismus den kleinen Watvögeln zu schaffen - mit der Folge, dass sie in Deutschland seit 2003 vom Aussterben bedroht sind. Seitdem der NABU Mittleres Mecklenburg im Frühjahr die Strandinseln einrichtet, gibt es bisher alljährlich im NSG Riedensee Nachwuchs, inzwischen das vierte Jahr in Folge.

 

Einer der beringten Jungvögel am Riedensee (Foto: Philipp Stenz)
Einer der beringten Jungvögel am Riedensee (Foto: Philipp Stenz)

2025 waren es mindestens drei Brutpaare, die erfolgreich gebrütet und ihre Jungvögel aufgezogen haben. Insgesamt wurden in diesem Jahr mindestens fünf Jungvögel flügge. Auch den sechs Sandregenpfeifern, die im Rostocker Zoo handaufgezogen und dann am Riedensee ausgewildert wurden, boten die Strandinseln Schutz. All das sind Erfolge, die sich herumsprechen und nicht zuletzt für eine hohe Akzeptanz der Strandinseln bei Strandbesuchern sorgen.Jetzt, gegen Ende des Sommers, haben schon viele der kleinen Strandbrüter den Ostseestrand am Riedensee verlassen. Es zieht sie zum milden Winterquartier, meist an der Atlantikküste. Das Schicksal der diesjährigen Youngsters vom NSG Riedensee wird sich dennoch nicht verlieren. Fast alle wurden sie in diesem Jahr beringt. Damit bleiben sie individuell erkennbar. Wir dürfen gespannt sein auf ein Wiedersehen – vielleicht im nächsten Frühjahr, wenn die Strandinseln erneut eingerichtet sind.

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Strandinselabbau Riedensee 2025
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Auswilderung von Sandregenpfeifer-Jungvögeln am Riedensee

Gemeinsames Projekt des Zoos Rostock und der Fachgruppe Ornithologie des NABU MM 

Der Strandbrüterschutz an der heimischen Ostseeküste hat sich zu einem Arbeitsschwerpunkt des NABU MM entwickelt. Dazu kooperiert insbesondere die Fachgruppe Ornitologie seit 2024 mit dem Rostocker ZOO. Dieses Jahr wurden hochgradig gefährdete Gelege des Sandregenpfeifers im ZOO ausgebrütet. Die handaufgezogenen Jungvögel wurden im August im Projektgebiet des NABU MM, dem NSG "Riedensee", ausgewildert. Seit mehreren Jahre etablierte Strandinseln und eine enge Schutzgebietsbetreuung drch die NABU-Rangerin und ehrenamtliche SchutzgebietsbetreuerInnen boten dafür günstige Rahmenbedingungen. 

 

Die erste Auswilderungsaktion am 6.8.2025 fand ein breites Echo in den Medien. Die Pressemitteilung vom Rostocker ZOO und einen Link zum Beitrag des NDR finden sich hierAm 26.8.2025 wurden zwei weitere Sandregenpfeifer-Jungvögel im NSG Riedensee in die Freiheit entlassen.

PRESSEMITTEILUNG VOM 6.8.2025

Sandregenpfeifer-Küken bei der Aufzucht im Zoo Rostock (Foto: Zoo Rostock/Matthias Drübbisch)
Sandregenpfeifer-Küken bei der Aufzucht im Zoo Rostock (Foto: Zoo Rostock/Matthias Drübbisch)
Zurück in der Heimat – nach einem kurzen Zögern ging es flott in die Dünen und die Luft (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock)
Zurück in der Heimat – nach einem kurzen Zögern ging es flott in die Dünen und die Luft (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Engagieren sich für den Erhalt des Sandregenpfeifers – Zoo-Vogelkurator Jonas Homburg
(v.li.), die Hobbyornithologinnen Simona Warmuth und Sabine Zimmermann, der Leiter der NABU-Fachgruppe Ornithologie Rostock, Mathias Hans Vieth, Lisa Küchenmeister, Tierpflegerin im Zoo Rostock, Joachim Springer von der NABU-Fachgruppe Ornithologie
und NABU-Rangerin Ute Becker (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock) 


PRESSEMITTEILUNG 29.4.2025

Strandinseln im NSG Riedensee wieder aufgebaut

Erste Sandregenpfeifer brüten schon

brütender Sandregenpfeifer auf dem Strand des NSG "Riedensee" (Foto: Clara Erth)
brütender Sandregenpfeifer auf dem Strand des NSG "Riedensee" (Foto: Clara Erth)
Wird leicht zertreten: Sandregenpfeifer-Gelege auf dem Strand des NSG "Riedensee" (Foto: Ute Becker)
Wird leicht zertreten: Sandregenpfeifer-Gelege auf dem Strand des NSG "Riedensee" (Foto: Ute Becker)

Kühlungsborn/Bastorf

 

Regungslos schmiegt sich der kleine Vogel in den Sand, nicht weit vom Dünenfuß entfernt. Auch nach langer Beobachtung rührt er sich nicht von der Stelle. So war es schon vor zwei, vor fünf Tagen. Längst ist klar: Er brütet hier. Der Sandregenpfeifer mit seinem Gefieder aus dem Farbkasten des Strandes verschmilzt optisch mit Sand und Steinen, ist aus der Distanz nur mit dem Fernglas wirklich auszumachen. Eine Abzäunung, errichtet aus Sisalschnur, hält davon ab, näher an die Brutstelle heranzugehen. Eine temporäre Abzäunung, hier ebenso wie an anderen Stellen des Riedensee-Strandes, eine sogenannte „Strandinsel“.

 

Die Strandinseln sorgen nicht nur dafür, dass die kleinen Strandbrüter unbehelligt bleiben. Die gut getarnten Gelege der Sandregenpfeifer, manchmal mitten auf dem Strand, sind für Strandbesucher kaum zu sehen. Sie werden von ihnen allzu leicht zertreten. Ein Umstand, durch den in Deutschland der kleine Sympathieträger auszusterben droht. 

 

Das zu verhindern, haben sich die NABU-Aktiven auf die Fahnen geschrieben. Es ist das vierte Jahr in Folge, dass sie die Strandinseln zum Beginn der Brutsaison aufgestellt haben. Der Erfolg gibt ihnen Recht: Zuvor hatte es hier mindestens ein Jahrzehnt keine brütenden Sandregenpfeifer mehr gegeben. Erst mit den Strandinseln stellt sich alljährlich wieder Nachwuchs ein. Doch das ist nicht alles. Durch die entstandene Pufferzone zu den Dünen und zum Riedensee hin können auch andere Wasservögel in ruhigerem Umfeld brüten. Trittempfindliche Salzpflanzen bekommen im Schutz der Strandinseln ebenfalls eine Chance. 

 

Hier zeigt sich, wie mit einfachen Maßnahmen Naturschutz erfolgreich möglich ist. Gleichzeitig bleibt Erholungssuchenden das Naturerlebnis erhalten, denn sie können weiterhin am Strand entlang spazieren. 

 

Biologin Ute Becker bei der Arbeit als Rangerin (Foto: privat)
Biologin Ute Becker bei der Arbeit als Rangerin (Foto: privat)

Dank der Unterstützung der Tourismus, Freizeit und Kultur GmbH Kühlungsborn (TFK) sowie der Gemeinde Bastorf ist auch in diesem Jahr regelmäßig eine Rangerin im Gebiet unterwegs. Die Biologin Ute Becker betreut das Kleinod an der Küste wie schon im Vorjahr. Zusammen mit den ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuer*innen beobachtet sie den Zustand des Gebietes, achtet auf die Einhaltung der Schutzbestimmungen und steht Interessierten als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung.

 

Naturfreunde, die das NSG Riedensee noch besser kennenlernen möchten, sind bei den Führungen herzlich willkommen, die der NABU in Kooperation mit der TFK anbietet. Insgesamt stehen dieses Jahr etwa 60 Führungen auf dem Programm. Nicht nur zu den Sandregenpfeifern, sondern auch zu anderen Themen rund ums Naturschutzgebiet wissen die NABU-Mitarbeiter*innen viel Interessantes zu erzählen, von Steinen über Muscheln bis hin zur Nachtnatur. Auch spezielle Familienführungen gehören zum Angebot.

 

Wer an einer der Veranstaltungen teilneh­men möchte, kann sich online auf der Internetseite des Ostsee­bades www.kuehlungsborn.de/tickets anmelden. 

 

Ein herzliches Dankeschön allen,
die sich so engagiert am Aufbau der Strandinseln beteiligt haben!


Alle Jahre wieder: Küstenputz am Riedensee

Am 21.9.2024 war International Coastal Cleanup Day

Mit Feuereifer robbt Ada unter den Dünenbewuchs, um auch noch das kleinste Fetzchen Müll herauszuholen. Die Schülerin ist einmal mehr dabei beim alljährlichen September-Küstenputz im Naturschutzgebiet Riedensee, genau wie Altersgenosse Lukas und die 14 müllsammelnden Erwachsenen.

Einige der Müllsammler beim Auftakt zum Strandeinsatz (Foto: Christine Lühr)
Einige der Müllsammler beim Auftakt zum Strandeinsatz (Foto: Christine Lühr)

Diesmal galt es am Strand und in den Dünen vor allem, Hinterlassenschaften aus der früheren militärischen Nutzung des Gebiets zu entsorgen. Alte Kabel, die aus dem Sand ragten, rostige Metallteile - jahrzehntelang hatten sie im Boden gelegen. Stürme, Sturmhochwasser und Küstenrückgang legten sie frei.

Nach 2 Stunden hieß die Bilanz: 21 kg Kabel, 9 kg Schrott, 17,5 kg sonstiger Strandmüll. Insgesamt 47,5 kg, die die Helfer aus dem Gebiet entfernten. Die Gemeinde Bastorf sorgte dankenswerterweise für die Entsorgung.

Erfreulicherweise ist gerade beim Strandmüll ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen gegenüber den geborgenen Mengen bei vergangenen Aktionen.  Die meisten Strandbesucher handeln umsichtig und nehmen ihre Abfälle wieder mit. Doch manche sind gedankenlos. Kopfschüttelnd hebt Rangerin Clara Erth einen Hundekotbeutel an der Aussichtsplattform beim Riedensee-Durchbruch auf. „Hier kommt natürlich kein Entsorgungsfahrzeug vorbei, an einem Strand inmitten der Natur.“ Die gefüllten Beutel bleiben liegen, bis engagierte Strandgänger sie mitnehmen, bis zur nächsten Mülltonne in Kägsdorf oder Kühlungsborn tragen. Eine Zumutung! Geschieht das nicht, werden die Beutel beim nächsten Sturm in die Ostsee gespült.

Dort entfaltet der Kunststoff seine schädliche Wirkung, genau wie anderer Plastikmüll. Zu Mikroplastik zersetzt gelangt er in die Nahrungskette, schleust Schadstoffe in die Körper von Tieren und auch dem Menschen. Tiere verenden qualvoll, wenn sie größere Plastikteile für Nahrung halten und schlucken. Angelschnur und alte Fischernetze können zur tödlichen Falle werden, wenn Tiere sich darin verheddern.

Weltweit, so Schätzungen, befinden sich mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Die Beteiligten des Küstenputzes wissen: Das, was sie bergen, ist ein Tropfen auf den heißen Stein. „Aber die Aktion setzt ein Zeichen, die Problematik bleibt im Fokus“, findet Riedensee-Rangerin Ute Becker, die den Küstenputz dieses Jahr organisierte und durchführte.

Für die Strandmüllsammler verband sich der Vormittag nicht allein mit der Freude am sinnvollen Tun, sondern auch mit der am warmen spätsommerlichen Wetter. So wurde aus dem Einsatz fast ein Strandspaziergang. Das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden, das hat sich aufs Beste gefügt, darin waren sich alle einig. Beim nächsten Mal wird mancher wohl wieder dabei sein. Auch Ada.

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NABU-Pressemitteilung: CCD im NSG "Riedensee" 2024
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Allen, die sich beim Müllsammeln am Riedenstrand in diesem Herbst (wieder) eingesetzt haben, an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank!


Sommergast mit Reisepass am Bein

Entdeckung am Riedensee bei Kühlungsborn

Farbberingter Sandregenpfeifer als Sommergast am Riedensee_Bildautor: Clara E.
Farbberingter Sandregenpfeifer als Sommergast am Riedensee_Bildautor: Clara E.

Er trägt eine Strumpfhose, der kleine Sandregenpfeifer, der aufmerksam am Spülsaum patrouilliert. Jedenfalls sieht es fast so aus. Nur mit dem Fernglas ist es zu erkennen: Das eine Bein ist rot, das andere schwarzgrün markiert. Ganz oben zwei schmale Ringe, ein silberner und ein weißer. Das Naturschutzgebiet Riedensee zwischen Kühlungsborn und Bastorf ist es, wo der kleine Watvogel derzeit ganz genau auf seinen Nachwuchs aufpasst, zusammen mit seinem unberingten Partner.
Vier Eier zählte das Gelege. Mehr als drei Wochen gaben die Eltern beim Brüten alles, wechselten sich in ihren Aufgaben ab. Trotzdem ist ihnen am Ende nur ein einziges Küken geblieben, weiß Ute Becker, Rangerin am Riedensee.
Eltern und Küken sind zwar kaum zu entdecken am Strand, ihr Gefieder verschmilzt mit der Umgebung farblich perfekt. Dennoch lebt es sich gefährlich unter dem wachen Blick der Krähen und der Spürnase des Fuchses. Der Strand am Riedensee war trotzdem eine gute Wahl für Brut und Aufzucht. Denn hier werden die Vögel nur wenig von Besuchern gestört. Dank der temporären Strandinseln, die der NABU Mittleres Mecklenburg e.V. nun schon im dritten Jahr errichtete, mit finanzieller und tatkräftiger Unterstützung der Anrainergemeinden Kühlungsborn und Bastorf.
Dass sich zu den Brutpaaren jetzt auch ein farbberingter Vogel gesellt hat, ist ein Glücksfall. Er erzählt uns spannende Geschichten. Jede Farbcodierung, jede Position am Fuß hat eine eigene Bedeutung. Mit ihrer Hilfe lässt sich ablesen, woher der Vogel gekommen ist und wann die Beringung vorgenommen wurde - wie alt er also jetzt ist. Aber viel mehr als das. Wurde er im Winterquartier erspäht, dann wissen wir meist auch, welcher Route er beim Vogelzug gefolgt war. Das bunte Beinkleid ist ein kleiner Reisepass. Er liefert Erkenntnisse, die der Wissenschaft und dem Naturschutz dienen. Erkenntnisse, um die Sandregenpfeifer noch besser schützen zu können. Denn sie sind vom Aussterben bedroht.
Seit fast drei Jahrzehnten setzt sich Biologe Martin Altemüller im Wasservogelreservat Wallnau auf Fehmarn für bedrohte Wasser- und Watvögel ein. Als Vogelkundler nimmt er Jahr für Jahr Beringungen vor. Auch den Sandregenpfeifer vom Riedensee hielt er vor zwei Jahren in der Hand, der damals noch ein kleines Küken war. Er verlieh dem Kleinen die individuelle Farbring-Markierung. Von Schleswig-Holstein bis nach Mecklenburg hat es unseren Vogel also verschlagen. 60 Kilometer Luftlinie trennen das Naturschutzgebiet Riedensee vom Erbrütungsort am Westermarkelsdorfer Strand auf Fehmarn. Auf direktem Weg ist er aber nicht hierhergelangt. Sandregenpfeifer leben nur gut die Hälfte ihres Lebens an unseren nördlichen Küsten. Die andere Hälfte, während des Winters, zieht es sie nach Westeuropa, oft an die französische Atlantikküste. Erst im Frühjahr kehren sie zurück. Tausende Reisekilometer liegen dann hinter ihnen.
In den vergangenen Jahren hatten die Aktiven des NABU schon zwei weitere beringte Sandregenpfeifer am Riedensee gesichtet. „Von ihnen wissen wir, dass sie in den Wintern zuvor nördlich von Bordeaux waren oder in der
Bretagne“, so Rebecca Kain, die damals schon Rangerin am Riedensee war. Zur erfolgreichen Brut kam es bei diesen Vögeln am Riedensee wohl nicht. Das ist beim derzeitigen Sommergast anders. Und vielleicht erzählt uns das eine der Elternteile eines Tages auch, wo es seinen Winterurlaub verbringt. Dank seines Beinkleids.

2 Jahre zuvor: frisch beringtes Sandregenpfeifer-Jungtier_Bildautor: M. Altemüller
2 Jahre zuvor: frisch beringtes Sandregenpfeifer-Jungtier_Bildautor: M. Altemüller

Was tun beim Fund eines beringten Vogels?

Beobachten oder finden Sie einen beringten Vogel mit Markierung, ist die Beringungszentrale Hiddensee über eine Meldung dankbar. Wichtig sind genaue Angaben zu Position und Farbe und Ringe, gegebenenfalls – bei einem Fund - auch zu Gravuren auf den silbernen Metallmarken.


Beringungszentrale Hiddensee Tel. 0385 58 864 249 oder über die Website der Beringungszentrale

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NABU-Pressemitteilung: Sommergast mit Reisepass am Bein
Pressemitteilung NABU - Sommergast mit R
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Strandalarm: Familie Sandregenpfeifer unterwegs

Erneuter Bruterfolg am Riedensee

Sandregepfeifer hudert 3 Jungtiere/Bildautorin: J. Katschewitz
Sandregepfeifer hudert 3 Jungtiere/Bildautorin: J. Katschewitz

 

 

Kühlungsborn/Bastorf                                                                                                                                                                                                    Stand Juni 2024

 

 

„Tihp“ tönt es weithin über den Strand während unseres Spaziergangs nahe des Riedensees. Unüberhörbar ist er, dieser Warnruf, kurz, markant, hell. Mit aufmerksamem Blick ist sein Urheber bald entdeckt. Ein zierlicher Vogel, in Ufernähe trippelt er flink entlang. Die kurzen Beine, orange wie der Schnabel, das Federkleid aus dem Farbkasten des Strandes: sandfarbenes Rückengefieder und eine kontrastreiche schwarz-weiße Kopf- und Brustpartie, fast wie die „Feuersteine“ auf dem Strandwall - Der Sandregenpfeifer ist unverkennbar. Bleibt er unvermittelt stehen, haben wir Mühe, ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Zwischen Sand und Kieseln ist seine Tarnung perfekt.

 

Plötzlich ist da ein weiterer. Und noch einer. Etwas kleiner sind die beiden, ihre Färbung blasser, das Gefieder teilweise noch mit flauschigen Dunen durchsetzt. Jungvögel! Auch sie mit schnellen Trippelschritten unterwegs, dann halten sie inne, picken eifrig. Im feuchten Sand finden sie Nahrung, die kleinen Sympathieträger. Die Jungen haben keine allzu große Scheu, trotz der Warnrufe der besorgten Eltern. Lächelnd blickt Rangerin Ute Becker vom Spektiv auf. „Das ist dieses Jahr schon das zweite Paar, das Küken aufzieht“, erzählt sie, „und nicht nur das: Wir beobachten derzeit zwei weitere Gelege, so dass wir auf weiteren Nachwuchs hoffen“.

 

Damit gibt es im dritten Jahr in Folge Sandregenpfeifer-Nachwuchs am Riedensee. Das ist alles andere als selbstverständlich. Sandregenpfeifer sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Hier wie andernorts haben es die Strandbrüter nicht leicht. Die bedrohliche Nähe von Menschen oder gar Hunden sorgt für Stress. Und wenn es dann doch zur Brut kommt, wird das Gelege allzu leicht zerstört, denn nicht selten liegt es mitten auf dem Strand in einer einfachen Sandmulde. Zwar ist es perfekt getarnt, was dann allerdings dazu führen kann, dass es nicht erkannt und schließlich zertreten wird

 

Dem Sandregenpfeifer am Riedensee bessere Chancen zu geben, das war eines der Anliegen des NABU-Teams vor Ort. Dort, wo die Brutbedingungen für die Vögel günstig sind, wurden in den vergangenen beiden Jahren Strandbereiche abgezäunt. Jüngst errichteten die Rangerinnen gemeinsam mit ehrenamtlichen Unterstützern des NABU Mittleres Mecklenburg e. V. im Rahmen des „Riedensee“-Projekts zur Gebietsbetreuung im NSG erneut diese temporären „Strandinseln“. Dankenswerterweise beteiligte sich der Bauhof Kühlungsborn auch diesmal am Aufbau, stellte das Material zur Verfügung und führte außerdem die aufwendige Reparatur des Dünenzauns aus. Der war bei den Sturmfluten im vergangenen Winter stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

 

Der Einsatz aller Beteiligten zahlt sich aus, die Bruterfolge sprechen für sich. Auch die derzeitigen Gelege liegen geschützt im abgezäunten störungsarmen Areal. Die Vögel können sich mit ihren Jungen dorthin zurückziehen. Es ist eine Win-Win-Situation für Mensch und Natur. Besucher können weiterhin den Strand besuchen und im Vorbeigehen unvergessliche Naturerlebnisse mitnehmen. Dass die Strandinseln akzeptiert und nicht betreten werden, dafür sorgen wie auch in den vergangenen Jahren kleine Infotafeln.

 

Die Arbeit der beiden Rangerinnen Ute Becker und Rebecca Kain trägt ebenfalls dazu bei, die Naturschätze im und um den Riedensee zu bewahren. Mehrmals wöchentlich sind sie im Gebiet, klären Besucher auf, beantworten Fragen, beobachten aufmerksam die Natur und dokumentieren ihre Entwicklung. Rebecca Kain übt diese Aufgabe schon seit fünf Jahren aus. Seit kurzem übernimmt Biologin Ute Becker ebenfalls die Ranger-Aufgaben. Seit drei Jahrzehnten Kühlungsbornerin, war sie von Anbeginn des Riedensee-Projekts mit dabei.

 

Auf ihren Führungen am Riedensee vermitteln die beiden NABU-Aktiven unter anderem, wie einfallsreich die Natur ist, wenn es um die Besiedlung besonders veränderlicher, Wind und Wellen ausgesetzter Lebensräume geht, welche Geheimnisse sich im Schilf, auf und unter Wasser oder am Spülsaum verbergen. „Denn“, so sind sich die Rangerinnen sicher, „die Schönheit ursprünglicher Natur vermittelt sich den Besuchern am Riedensee zumeist intuitiv. Doch Vieles erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Und letztlich kann man die Natur nur schützen, wenn man begreift, welcher Schatz ihr wirklich innewohnt“.

 

Die nächste Führung wartet schon. Mit etwas Glück steht dann die Begegnung mit den allerjüngsten Sandregenpfeifern auf dem Programm.

 

Strandinselzaun am Naturstrand Riedensee mit Hinweis auf die Stranddistel
Strandinselzaun am Naturstrand Riedensee mit Hinweis auf die Stranddistel
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Pressemitteilung_Strandalarm: Familie Sandregenpfeifer unterwegs
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Winterwasservogelzählung 2024

Am 13.01.24 wurden erneut Wasservögel entlang der Küste von Rerik bis Heiligendamm und im NSG Riedensee gezählt. Anlass war die Internationale Winter-Wasservogelzählung, bei der zeitgleich in deutschland-, europa- und weltweit die Vögel an Gewässern gezählt wurden. 

Insgesamt wurden 5190 Vögel an der Ostsee und 84 Vögel am überwiegend eisbedecktem Riedensee und der Umgebung gezählt.

Zu verdanken ist die gute Datengrundlage vor allem dem Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Vogelzähler*innen, die an diesem Tag einen wertvollen Beitrag leisteten.

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WWVZ 2024 Wasservogelzählbogen Teilgebiet Riedensee
20240113 WWVZ Riedensee (Ostsee Rerik-He
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WWVZ 2024 Wasservogelzählbogen Ostsee Rerik bis Heiligendamm
20240113 WWVZ Riedensee (Ostsee Rerik-He
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Sturmflut trägt Meeresmüll an Strand und Dünen

NABU lud zum Küstenputz ins „Naturschutzgebiet Riedensee“ am 18. November 2023 ein

Wir bedanken uns für eure tatkräftige Unterstützung beim Küstenputz am Riedensee!

Zusammen haben wir am Samstag, dem 18.11.23 innerhalb von 3 Stunden ca. 140 kg Müll mit 11 Teilnehmenden gesammelt.

Durch eure Hilfe haben wir die Dünen von viel angespültem Meeresmüll befreit.  Auch den Müll an der Küstenlinie haben wir gemeinsam in Angriff genommen. Neben gewöhnlichen Funden wie alten Glas- und Kunststofflaschen, Styroporstücken und Essensverpackungen, haben wir auch eine alte Herdkochplatte gefunden, sowie freigelegte Elektrokabel geborgen.

Einiges davon stammt noch aus DDR-Zeiten und landet nun endlich wirklich im Müll.

 

Insgesamt war der Küstenputz eine sehr gelungene Veranstaltung, welche nur durch die aktive Hilfsbereitschaft aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer umgesetzt werden konnte.

Wir sagen: Dankeschön!

 

Tipp: nächster Küstenputz am Riedensee ist am 16.03.2024

 

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Aktionsbericht Küstenputz am Riedensee 18.11.23
20231126 Prj. Rieden II Aktionsbericht 1
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Pressemitteilung Küstenputz am Riedensee 18.11.23
Prj. Rieden II PM NABU erfolgreicher Kü
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Eisente, Silbermöwe und Co.

Rangerin lud zur Winterwasservogelzählung am Riedensee ein

Rangerin Rebecca Kain und Moritz Röhlke (NAJU) bei der Wasservogelzählung                 Bildautorin: Ferike Kuschel
Rangerin Rebecca Kain und Moritz Röhlke (NAJU) bei der Wasservogelzählung Bildautorin: Ferike Kuschel

Kühlungsborn/Bastorf 

Am Samstag, den 14.01.2023 lud Rangerin Rebecca Kain im Naturschutzgebiet Riedensee dazu ein, sie und ihre ehrenamtlichen Kolleg*innen des NABU Mittleres Mecklenburg e.V. bei der alljährlichen Winterwasservogelzählung zu begleiten. Bei einer ca. 1,5-stündigen Strandwanderung wurden mit Fernglas und Spektiv alle rastenden und überwinternden Wasservögel im Gebiet gezählt. Dabei erzählte die Rangerin vom NABU Mittleres Mecklenburg e.V., die das Gebiet bereits seit 2019 betreut, auch allerhand Wissenswertes über die Vögel und das Naturschutzgebiet selbst.

Die internationale Mittwinter-Wasservogelzählung findet seit den 1960er Jahren parallel in zahlreichen Gebieten statt. So auch an den Küsten unseres Bundeslandes. Diese Zählung gilt als besonders bedeutsam, weil sich zu diesem Zeitpunkt die meisten Vögel in ihren Überwinterungsgebieten aufhalten und keine starken Zugbewegungen stattfinden. Sie stellt eine Momentaufnahme dar, die im Vergleich mit den vorangegangenen Jahren, verlässliche Daten zu Wasservogelbeständen und deren Entwicklung liefert. Zu verdanken ist diese gute Datengrundlage vor allem dem Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Vogelzählerinnen und – zähler, die an diesem Tag einen wertvollen Beitrag leisten. Dabei begegnen ihnen unter anderem Eis-, Trauer- und Eiderenten sowie Silber- und Mantelmöwen und auch einige Gänsearten verbringen den vergleichsweise milden Winter hier bei uns.

 

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WWVZ 2023_Erfassungsbogen_Teilgebiet Riedensee
Zusammenfassung der Ergebnisse der Winterwasservogelzählung 2023 für das Teilgebiet NSG "Riedensee"
20230114 WWVZ (Sitecode 371059) Teilgebi
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WWVZ 2023_Erfassungsbogen_Außenküste_Rerik bis Heiligendamm
Zusammenfassung der Ergebnisse der Winterwasservogelzählung 2023 für die Außenküste zwischen Rerik und Heiligendamm
20230114 WWVZ Außenküste Rerik-Heiligend
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Küstenputzaktionen im Naturschutzgebiet Riedensee

"Kübo putzt sich raus!" und der Riedensee gleich mit

Zum Frühjahrsputz rief das Ostseebad Kühlungsborn auf. Der NABU Mittleres Mecklenburg e.V. ist diesem Aufruf gefolgt und hat sich mit einer Küstenputzaktion im Naturschutzgebiet "Riedensee" beteiligt. Dabei unterstützt wurden sie von zahlreichen GebietskennerInnen und NaturliebhaberInnen. Mit 24 Menschen wurden beachtliche 140 kg (Meeres-) Müll und anderer Unrat - zum Teil noch aus DDR-Zeiten - aus dem Naturschutzgebiet herausgeholt.  Die fachgerechte Entsorgung übernahm der Bauhof der Stadt Kühlungsborn.

 

 

Allen helfenden Händen sowie den OrganisatorInnen gilt ein herzlicher Dank!