Wallanlagen: Wo sollen die Gehölzbrüter hin?

Nachbesserungen im Artenschutzgutachten konnten nicht alle artenschutzrechtliche Bedenken auslöschen

Protest gegen Abholzung im Februar 2016
Protest gegen Abholzung im Februar 2016

(18.02.2016) Durch die zahlreichen Gehölzentnahmen sieht der NABU weiterhin einen großen Verlust an Bruthabitaten, die andernorts nicht ausgeglichen und auf Grund der Vielzahl an Rostocker Baustellen auch nicht auf natürlichem Wege kompensiert werden können. Wir fordern den größtmöglichen Erhalt an Gehölzsubstanz oder die Neuschaffung entsprechender Habitate im Innenstadtgebiet bzw. im räumlichen Zusammenhang zur Einhaltung des europäischen Artenschutzes!

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Wallanlagen: Korrekturen reichen nicht aus

Nachbesserungen im Artenschutzgutachten zur Sanierung der Dreiwall- und Heubastion bleiben unzureichend und verstoßen gegen das Artenschutzrecht

(Rostock, 18.10.2015) Die RGS hat die Einwendungen zur Sanierung der Dreiwall- und Heubastion in den Wallanlagen ausgewertet und will die Ergebnisse am Mittwoch dem Ortsbeirat vorstellen. Die dabei versprochenen Nachbesserungen im Artenschutzguthaben reichen nach Ansicht des NABUs jedoch weiterhin nicht aus, um die Rechtssicherheit des Vorhabens zu gewährleisten. Lesen Sie dazu die Pressemitteilung des NABU Regionalverbands Mittleres Mecklenburg e.V.

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Artenschutz in den Wallanlagen in Gefahr

Der NABU nimmt Stellung zu den Sanierungsplänen der Heu- und Dreiwallbastion

Vorstellung der Pläne zur Sanierung der Dreiwall- und Heubastion in den Rostocker Wallanlagen

Durch die geplanten Pflegemaßnahmen in den Wallanlagen gehen im Innenstadtbereich der Hansestadt Rostock die derzeitigen Lebensräume vollständig verloren. So lautet das Fazit des NABU Mittleres Mecklenburg zum von der RGS vorgelegten artenschutzrechtlichen Fachbeitrag. Der Naturschutzverein bemängelt insbesondere die fehlende Sachlichkeit des Gutachtens und fordert eine Neuaufsetzung.

Die vollständige Stellungnahme können Sie hier zum Lesen herunterladen.

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Unterschriften gegen Abholzungen in Wallanlagen

Umweltverbände kritisieren Pläne zur Sanierung der Heu- und Dreiwallbastion

Foto: rostock-heute.de
Foto: rostock-heute.de

Noch bis zum 30. September 2015 können Einwendungen zur geplanten Umgestaltung der Wallanlagen bei der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS), dem Ortsamt Stadtmitte und dem Amt für Stadtgrün vorgebracht werden.
Die Entwürfe für die Sanierung der Dreiwall- und Heubastion wurden zwar im Ortsbeirat und auf einer Bürgerveranstaltung vorgestellt, sind online jedoch nirgendwo einsehbar. Interessierte, die die beiden Veranstaltungen nicht besuchen konnten, haben somit keine Möglichkeit, sich umfassend zu informieren. Einzig zwei kleine Grafiken auf der Homepage der RGS geben einen Eindruck der Vorher-Nachher-Situation. BUND und NABU kritisieren die geringe Nutzung des Internets zur Information und Beteiligung der Rostocker Bürger. "Der heutigen Zeit angepasst, sollten die Pläne der Umgestaltung zum Download bereit stehen und Einwendungen online abgegeben werden können." kritisiert Maria John, Vorsitzende des NABU Mittleres Mecklenburg.
Die Rostocker Wallanlagen stellen die einzige, innerstädtische naturnahe Grünanlage in Rostock dar. Sie sind durch zahlreiche Bäume und Sträucher gekennzeichnet. Es entstand ein artenreiches Biotop mitten in der Stadt, das vielen Tier- und Pflanzenarten, darunter seltenen Vögeln und Fledermäusen, Lebensraum bietet. "Außerdem können Rostocker und ihre Gäste hier ein einmaliges Stück Stadtwildnis erleben, wie es in sterilen Parks mit exotischen Gehölzen nicht zu sehen ist." schwärmt Thomas Pitsch, Gründungsmitglied der Initiative Rostocker Frühling.
Teile der Rostocker Wallanlagen wurden bereits in den letzten Jahren mit Städtebaufördermitteln im Millionenbereich saniert. Insbesondere am Kanonsberg sowie unterhalb der Petrikirche wurde dabei fast der gesamte Gehölzbewuchs abgeholzt und durch Rasen bzw. bodendeckenden Efeu ersetzt. Statt eines idyllischen Wäldchens, das noch in den 90er Jahren angepflanzt worden war, kann man hier nur noch eine kahle Plattform mit kahlen Hängen erleben.
Naturnahe Gehölze sind vielen Planern aber als sogenannter Wildwuchs ein Dorn im Auge. Die RGS plant für 2016/2017 auch den Bereich der Dreiwall- und Heubastion für 3,5 Mio € den Vorstellungen der Planer und Denkmalpfleger anzupassen.
Die Umweltverbände BUND und NABU, sowie die Initiative Rostocker Frühling wehren sich gegen das Vorhaben und scheinen dabei Gehör bei den Rostocker Bürgern zu finden. Eine aktuelle Unterschriftenaktion sammelte innerhalb weniger Wochen bereits rund 1.000 Unterschriften gegen die geplanten Abholzungen in den Wallanlagen. "Aufgrund der großen Nachfrage und Unterstützung seitens der Bürger, verlängern wir die Aktion bis zum 30. September. Bis dahin können die ausgefüllten Listen an unsere Adresse zurückgeschickt werden" so Susanne Schumacher, Vorsitzende der Rostocker Kreisgruppe des BUND.

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Protest gegen Baumfällungen in den Wallanlagen

Umweltverbände sehen Probleme beim Artenschutz durch den Umbau der Wallanlagen

Gemeinsam mit dem BUND Rostock, dem Ökohaus e.V. und der Bürgerinitiative Rostocker Frühling rief der NABU Mittleres Mecklenburg am 22. Februar 2014 zu einem Protest gegen die Abholzung am Eingang der Wallanlagen auf. Hier sollen noch im Februar zahlreiche Bäume und Sträucher gefällt werden. Die Maßnahme ist Teil der Umgestaltung nach denkmalpflegerischen Zielstellungen und der Verbreiterung der Hermannstraße.

 

Bereits eine Woche zuvor wandte sich das Bündnis in einem Brief an den Oberbürgermeister und den zuständigen Senator an die Rostocker Stadtverwaltung. Darin bezweifelte es die Rechtmäßigkeit des Vorgehens. „Das Artenschutzrecht hat offensichtlich keine Berücksichtigung bei den Ausführungsplanungen im Bereich Hermannstraße und Eingang Wallanlage bei der Trinkenden gefunden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

 

Wie der BUND von einem Gespräch Anfang März mit dem Oberbürgermeister und dem Leiter des zuständigen Amtes für Stadtgrün berichtet, sei der Brief auf Unverständnis gestoßen. Mit dem Beschluss eines Pflege- und Entwicklungsplanes (PEP), in dem Kernzonen ausgewiesen werden sollen, in denen Pflegemaßnahmen auf ein Minimum reduziert werden, versucht die Stadtverwaltung entgegenzukommen. Der Entwurf soll im April der Bürgerschaft vorgelegt werden.

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Der Originalbrief als PDF
Wallanlagen_Artenschutz_Brief_an_OB_u_Se
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Im Juni 2013 hatte der NABU Mittleres Mecklenburg mit Vertretern seiner Fachgruppen, der NAJU und weiteren Naturfreunden die Artenvielfalt der Wallanlagen unter die Lupe genommen.

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