Aktuelles zu Riedensee & Hellbach-Mündung

Auf dieser Seite informieren wir über Aktionen, Termine und Interessantes aus den Projektgebieten.

Reife(n) Leistung am Salzhaff

Umweltbildung und Aktion an der Hellbach-Mündung

Im flachen Wasser und am schmalen Strand des Salzhaffs an der Hellbach-Mündung graben 24 Frauen und Männer mit Spaten im sandig-schlammigen Boden, als gelte es einen Schatz zu heben. „Tatsächlich geht es hier um etwas sehr Kostbares“ erklärt Joachim Springer vom Naturschutzbund NABU Regionalverband "Mittleres Mecklenburg" e. V., während er fleißig weiter schaufelt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Rebecca Kain und ehrenamtlich Tätigen setzt er sich in einem LEADER-geförderten Projekt für naturverträgliche Erlebnisse und aktiven Naturschutz an der Hellbach-Mündung ein.

 

Einmalige Küstennatur an der Hellbach-Mündung

„Dabei ist es unser Ziel, das mit Brackwasserröhricht bewachsene Küstenüberflutungsmoor und das naturnahe Ästuar des Hellbachs vorzustellen und aktiv zu seinem Schutz beizutragen“ erläutert Joachim Springer. „Dort, wo heute die Naturfreunde buddeln, rasten sonst Schwäne, Enten und Gänse in Scharen, tummeln sich Fische im flachen Wasser, huschen seltene Käfer über Strand und Moor.“

 

Beherzter Griff zum Spaten

Damit dieser wertvolle Naturschatz erhalten bleibt, greifen die Helferinnen und Helfer beherzt zum Spaten und folgen damit einer Einladung vom NABU und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Ortsgruppe Salzhaff-Rerik. Denn im flachen Wasser und am Ufer rings um die Hellbach-Mündung wurden durch die Hochwässer und Stürme im letzten Winter erneut alte Reifen freigespült. „Bereits vor einem Jahr haben wir hier 89 alte Reifen rausgeholt“ erinnert sich Rebecca Kain. „Damals hatten wir die Hoffnung, alle Reifen erwischt zu haben.“ Dieses Mal waren die Naturschützer vorher bei Niedrigwasser mit Detektor und GPS-Gerät unterwegs, um alle Reifen aufzuspüren. „Wir müssen die porösen Reifen bergen, weil sie fortwährend Mikroplastik ins Wasser absondern und die Lebewesen in Salzhaff und Hellbach-Mündung vergiften.“

 

Unterstützung durch THW und StALU MM

Wenn die Reifen so tief ausgegraben sind, dass eine Schlinge unter ihnen hindurchgezogen werden kann, haben die tapferen Helferinnen und Helfer es geschafft: Die Reifen können vom Technischen Hilfswerk (THW) aufgeladen und abtransportiert werden. Die Bergung gestaltet sich als aufwändig, da die Reifen in einem unzugänglichen Bereich mitten im EU-Vogelschutzgebiet „Wismarbucht und Salzhaff“ und dem Landschaftsschutzgebiet „Salzhaff“ liegen. Das THW unterstützt die Aktion tatkräftig und setzt ein Hägglundsfahrzeug ein, das durchs flache Wasser bis zum Einsatzort fahren kann. Für die fachgerechte Entsorgung konnte das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg gewonnen werden. „Auch für diese Hilfe sind wir sehr dankbar, da die Entsorgung von Reifen mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist“.

 Am Ende sind zwar alle erschöpft aber auch sehr zufrieden: insgesamt 51 meist stark übersandete Reifen wurden geborgen.

Internationaler Küstenputztag am 19.09.2020

Müll sammeln im NSG "Riedensee"

Foto Müll sammeln im NSG Riedensee
Fleißige Müllsammler*innen im Naturschutzgebiet Riedensee beim CCD am 19.09.2020

Am Strand des Naturschutzgebietes „Riedensee“ wurde am 19.09.2020 Müll gesammelt. Der Fokus lag dabei auf jeglicher Art von Kunststoffen, da daraus die meisten Umweltprobleme resultieren. Dank des Einsatzes von Handwagen, Spaten und Bolzenschneider konnten auch sperrige und schwere Objekte geborgen werden, wie beispielsweise alte Eisenteile und Kabelreste. Der Müll wurde grob vorsortiert – spitze Gegenstände und Glas landeten in den Eimern, Plastik, Styropor u.a. in den Müllbeuteln. Aufgerufen zu der Aktion hatten der NABU RV Mittleres Mecklenburg e. V. in Kooperation mit dem Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Kühlungsborn. Die Gemeinde Bastorf und die Stadt Ostseebad Kühlungsborn übernahmen die Entsorgung des Mülls.

 

Insgesamt kamen 143 kg Müll zusammen

Dabei entfielen etwa 45 kg auf alte Eisenteile, 30 kg auf alte Plastikpfähle, 6 kg alte Kabel und gut 4 kg Asbest. Die übrigen ca. 20 kg entfielen überwiegend auf Kunststoffe wie Verpackungen, Folienreste, Zigarettenstummel, Schaumstoff und Styropor. Unter dem Abfall befanden sich auch auffällige Müllbestandteile wie z.B. eine kaputtes Zelt und eine Konservenfischdose aus DDR-Zeiten. Während des Sammelns bot sich Gelegenheit, um mit den Helfer*innen ins Gespräch zu kommen. Interesse bestand vor allem für das Müllaufkommen, Herkunft des Mülls, Veränderungen am Riedensee durch küstendynamische Prozesse, Küstenschutz und Fischfang an der Ostseeküste im Bereich des Riedensees.

 

Allen Helfer*innen und Unterstützer*innen herzlichen Dank für ihren Einsatz!

Foto Altes Zelt am Strand des NSG Riedensee
Unter dem Müll am Strand des NSG Riedensee befand sich ein altes Zelt

Natur erleben am Riedensee

Kleine Wanderung mit Infos rund um den faszinierenden Strandsee

Foto Riedensee März 2019
Jeden Tag anders: der Riedensee

Eine kleine Natur-Wanderung führt zum Naturschutzgebiet „Riedensee“ ab dem Parkplatz am Ende der Waldstraße in Kühlungsborn-West. Von dort verläuft der Weg in Richtung Strand und Riedensee und während mehrerer Stopps erfahren die Gäste etwas über das Naturschutzgebiet, seine Tiere, Pflanzen und besonderen Lebensräume. Der intakte Strandsee bei Kühlungsborn ist der letzte seiner Art an der westlichen Ostsee.

 

Durchgeführt wird die Wanderung vom NABU Regionalverband „Mittleres Mecklenburg“ e. V. im Rahmen des LEADER-Projektes „Aktiv für den Riedensee“.  Wer mag, kann ein Fernglas mitbringen. Die Veranstaltung dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden und ist für Erwachsene und Kinder ab 7 Jahren geeignet.

 

Termine:  dienstags um 15:00 Uhr am 08. und 22. September 2020

                                                                               06. 13. und 20. Oktober 2020

 

Anmeldungen und Buchungsanfragen können an den NABU Regionalverband „Mittleres Mecklenburg" e. V., per Mail: info [at] nabu-mittleres-mecklenburg.de oder telefonisch (0381) 4903162, Ansprechpartner: Joachim Springer, gerichtet werden.

Tipps für weitere Ausflugsziele

Neben einem Ausflug zum Riedensee oder zur Hellbach-Mündung lohnt sich auch ein Abstecher zum Heimatmuseum in Rerik mit einer Fossiliensammlung zum einstigen Leben in der Ostsee oder zur

Kunsthalle in Kühlungsborn mit wechselnden Ausstellungen.

Bedrohter Käfer im NSG Riedensee geschützt

Sie sind winzig klein und doch ein echtes Highlight im Naturschutz- und FFH-Gebiet „Riedensee“: die Meerstrand-Ahlenläufer. Europaweit sind diese nur wenige Millimeter großen Laufkäfer vom Aussterben bedroht. Am Riedensee hat sich der Bestand erholt, was aktuelle Untersuchungen ergaben. Das ist ein toller Erfolg, denn nur durch gezielte Schutzmaßnahmen krabbeln heute wieder viele der seltenen Käfer über den Sand am Strandsee.

Meerstrand-Ahlenläufer (Bembidion pallidipenne) im NSG Riedensee, Foto: W.-P. Polzin
Meerstrand-Ahlenläufer (Bembidion pallidipenne) im NSG Riedensee, Foto: W.-P. Polzin

Wie der Name des Meerstrand-Ahlenläufers andeutet, ist der Käfer ganz und gar auf Meeresküsten mit Sandstränden angewiesen. Die Larven entwickeln sich im feuchten, salzigen Sand, was aber nur gelingt, wenn dieser nicht betreten und die Brutröhren nicht zerstört werden. Überall sind Sandstrände beliebte Erholungsgebiete und unterliegen starker Trittbelastung, wo der Laufkäfer keine Entwicklungschance hat. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich einst entlang der europäischen Küsten von Portugal bis in den Ostseeraum.

Der Lebensraum des Meerstrand-Ahlenläufers auf der Landzunge im Riedensee. Der Zaun dient als Besucherlenkung. Foto: R. Kain
Der Lebensraum des Meerstrand-Ahlenläufers auf der Landzunge im Riedensee. Der Zaun dient als Besucherlenkung. Foto: R. Kain

Im Naturschutzgebiet zwischen Kühlungsborn und Kägsdorf ist der Meerstand-Ahlenläufer noch zu Hause, weil der Strandsee über eine große Besonderheit verfügt: Bei Sturmfluten strömt Meerwasser in den lagunenartigen See und lagert dabei breite Sandfächer ab. Dadurch wird der Strand in den Riedensee hinein verlängert. Im Rahmen des LEADER geförderten Projektes „Aktiv für den Riedensee“ gelang es den Beteiligten in Zusammenarbeit mit der Stadt Ostseebad Kühlungsborn, der Gemeinde Bastorf und der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rostock diese sensiblen Bereiche wirksam zu schützen. Ein doppelter Zaun dient als Besucherlenkung und sorgt dafür, dass der Lebensraum der bedrohten Käfer nicht betreten wird. „Von der Maßnahme profitieren auch zahlreiche andere Tiere wie beispielsweise Vögel, die dort einen ungestörten Rastplatz vorfinden“ weiß Schutzgebietsbetreuerin Rebecca Kain zu berichten.

 

Die Naturschützer sind voller Hoffnung: Die Schutzbemühungen haben sich als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Womöglich kann der Meerstrand-Ahlenläufer vom Riedensee aus derzeit verwaiste Strände wieder besiedeln, wenn auch dort Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

 

Wer mehr über den seltenen Käfer, Tiere, Pflanzen und Lebensräume des NSG „Riedensee“ erfahren möchte ist herzlich eingeladen zu den nächsten Führungen: 29.07. und 12.08. 2020, 10:00 Uhr, Parkplatz am Ende der Waldstraße in Kühlungsborn West. Anmeldung erbeten: info[at]nabu-mittleres-mecklenburg.de oder 0381-4903162.

 

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Über 1500 Kilometer bis zum Riedensee zurückgelegt

Beringter Vogel am Riedensee gesichtet

Beringter Sandregenpfeifer im NSG Riedensee, Foto: D. Wohlert
Beringter Sandregenpfeifer im NSG Riedensee, Foto: D. Wohlert

Eine spannende Entdeckung

Rebecca Kain und ihr Begleiter Dennis Wohlert sind verblüfft: täuscht das Licht oder hat der kleine Watvogel am Strand im Naturschutzgebiet Riedensee tatsächlich bunte Beine? Rebecca Kain ist als Rangerin in einem LEADER-geförderten Projekt des NABU Mittleres Mecklenburg e. V. tätig. Bei ihren regelmäßigen Rangerrunden hält die Biologin Ausschau nach Brutvögeln und freut sich nun über eine besondere Entdeckung. Am Strand des Naturschutzgebietes zwischen Kühlungsborn und Kägsdorf kommt der seltene Sandregenpfeifer vor. Der sandfarbene Vogel ist gut getarnt, so dass man ihn meist zuerst hört und dann sieht. Dieser aber trägt neben seinem Federkleid noch bunte Farbringe an den Beinen. Ein solcher Fund ist immer spannend, erläuteret die Rangerin.


Was die Ringe verraten
Gelingt es die Farbringe abzulesen, kann man über eine Beringungszentrale einiges über den Vogel herausfinden. Da die Kombination der Farbringe einmalig ist, können Sichtungen dem selben Tier zugeordnet werden. Und genau so ist es auch bei dem Sandregenpfeifer im NSG Riedensee. Deutschlandweit ist die Art vorm Aussterben bedroht. Mit einem Beringungsprojekt können die Vögel genauer erforscht werden. Dennis Wohlert meldet den Ringfund über das Internet. Einige Tage später erhält er Antwort aus dem NABU-Wasservogelreservat Wallnau auf Fehmarn. Der Sandregenpfeifer wurde im letzten Sommer als 15 Tage altes Küken an der Schleswig-Holsteinischen Küste beringt. Dort wurde er noch einige Male gesichtet, bis der Zugvogel sich zum ersten Mal in seinem noch jungen Leben auf den Weg in ein Winterquartier begab. Lange wurde der Sandregenpfeifer nicht gesichtet. Anfang März trudelte dann endlich eine Meldung von der Westfranzösischen Atlantikküste ein. Über 1500 km entfernt, südlich von La Rochelle, gelang es den Sandregenpfeifer zu beobachten und seine Farbringkombination abzulesen. Die nächste Sichtung fand dann Mitte Mai hier im Natuschutzgebiet Riedensee statt. Inzwischen wurde der beringte Watvogel dabei beobachtet, wie er mit einem Partner kleine Nestmulden am Strand angelegt hat.

Unscheinbare Nistmulde des Sandregenpfeifers im NSG Riedensee, Foto: R. Emmerich
Unscheinbare Nistmulde des Sandregenpfeifers im NSG Riedensee, Foto: R. Emmerich

Hilfe für den Sandregenpfeifer
Die Nester der Sandregenpfeifer sind kaum zu erkennen. Das sei Fluch und Segen zugleich, meint Rebecca Kain. Für natürliche Feinde bleibt das Nest der Vögel zwar meist verborgen, Strandbesucher tappen jedoch ungewollt in den Nestbereich, was verheerende Folgen haben kann. Zum Glück hat die Rangerin auch einen Tipp für Spaziergänger am Strand parat: Wer dicht an der Wasserkante entlangläuft und seinen Hund ordnungsgemäß anleint, tut den bedrohten Vögeln einen großen Gefallen. Ihre Nester legen die Sandregenpfeifer meist an den oberen Strandbereichen an. "Drücken wir den seltenen Sandregenpfeifern die Daumen, dass ihre Brut am Riedensee erfolgreich verläuft", resümiert Rangerin Rebecca Kain, die den kleinen Watvogel in ihrem Projektgebiet ganz besonders unter ihre Fittiche genommen hat.

Wer mehr über das Naturschutzgebiet Riedensee und seine interessante Tier- und Pflanzenwelt erfahren möchte, ist eingeladen eine Führung mitzumachen, z.B. am 26. Juni, 16:00 Uhr ab Kägsdorf/Scheunenkiosk oder dem 1. Juli, 10:00 ab Kühlungsborn-West, Parkplatz Ende der Waldstraße (Voranmeldung bitte unter info[at]nabu-mittleres-mecklenburg.de oder 0381-4903162).

Spannendes Naturschauspiel am Riedensee

Offener Durchbruch zwischen Ostsee und Riedensee

Bei einer kleinen Sturmflut Ende Januar 2020 rollten die Wellen der Ostsee über Strand und Dünen in den Riedensee hinein. Der Wasserstand im Riedensee stieg an, auch angrenzende Salzwiesen wurden überflutet. Nach Sturmtief Sabine sah es am Riedensee aber schon wieder ganz anders aus: Eine Tiefe Rinne hat sich an einer Durchbruchstelle zwischen Meer und Riedensee gebildet, durch die nun das Wasser in die Ostsee fließt. Der Wasserstand des Strandsees sank mittlerweile stark und hat einen breiten Sandfächer freigelegt. (Zum Video)

 

Veränderungen durch Sturmereignisse kommen am Riedensee immer wieder vor und prägen das Gebiet. Der letzte Durchbruch am Riedensee erfolgte vor über einem Jahr bei den Strumfluten Anfang Januar 2019. Dieser wurder aber durch Sandumlagerungen von der Ostsee bald wieder geschlossen. "Wie sich die Situation dieses Jahr entwickeln wird, bestimmen Wind und Wellen" sagt Rangerin Rebecca Kain, die die Vorgänge im Naturschutzgebiet Riedensee aufmerksam beobachtet. Dass sich Naturkräfte hier frei entfalten dürfen, ist die große Besonderheit des Schutzgebietes, erklärt die Schutzgebietsbeauftragte weiter. Andernorts wurden Dämme, Deiche und andere Küstenschutzbauwerke errichtet. Über den neu entstandenen Sandfächer  im Riedensee freut sich Rebecca Kain besonders. Diese natürliche "Strandverlängerung" ist der Lebensraum von weltweit gefährdeten Käfern und seltenen Brutvögeln.

 

Das faszinierende Naturschauspiel am Riedensee können Sie sich bei einem Strandspaziergang im Naturschutzgebiet zwischen Kühlungsborn und Kägsdorf anschauen. Je nach Wasserstand kann die Rinne aber unpassierbar sein. Beachten und respektieren Sie bitte den Schutzzaun, denn Vögel nutzen den Sandfächer hinter dem Zaun zur Rast. Vielen Dank!

Mittwinter-Wasservogelzählung 2020

zwischen Rerik und Heiligendamm und am Riedensee

Vögel am Strand im NSG Riedensee
Kormorane, Silbermöwen und Stockenten tummeln sich am Ostseestrand im NSG Riedensee

Bei freundlichem Wetter startete am 11. Januar 2020 die Mittwinter-Wasservogelzählung von Rerik über den Riedensee bis nach Heiligendamm. Der Einladung zur vogelkundlichen Wanderung folgten dem NABU Regionalverband Mittleres Mecklenburg 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Anlass für die Veranstaltung war die Internationale Winter-Wasservogelzählung, bei der zeitgleich in deutschland-, europa- und weltweit die Vögel an Gewässern gezählt wurden. Die Zählergebnisse werden vom Dachverband der Deutschen Avifaunisten gesammelt und zu Forschungszwecken ausgewertet (mehr).

 

An der Küste zwischen Rerik und Heiligendamm zählten Trauerenten (>700) und Eiderenten (>600) zu den häufigsten Vögeln. Außerdem wurden verschiedene Möwenarten gesichtet, Hauben- und Rothalstaucher, Stock-, Pfeif- und Eisenten, Mittel- und Gänsesäger. Am Riedensee bildeten, wie im Vorjahr, Kormorane die größe Gruppe.  Gänse und Schwäne überflogen den mit Brackwasserröhricht umstandenen Strandsee und landeten teilweise auf umliegenden Äckern.

 

Vogelbegeisterte, die nicht so weit wandern wollten, konnten zu einer Beobachtungs-Plattform am Riedensee kommen. Dort "fingen" die Schutzgebietsbetreuer Rebecca Kain und Joachim Springer zwischen 13:00-15:00 Uhr die Vögel mit dem Fernrohr ein und vermittelten interessante Infos zu den gefiederten Freuden und ihren Gewohnheiten im Winter sowie zum NSG Riedensee. 

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Zählbogen WWVZ 2020 Rerik - Heiligendamm
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Zählbogen WWVZ 2020 Riedensee
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Hellbach-Mündung erkundet

... und aktiv Natur geschützt

Der NABU Regionalverband "Mittleres Mecklenburg" e. V. und die BUND Ortsgruppe Salzhaff-Rerik haben zum Samstag, den 12. Oktober 2019, in die Hellbach-Mündung zu einer interaktiven Umweltbildungsveranstaltung eingeladen. Zwischen Teßmannsdorf und Roggow am Salzhaff hat sich ein Kleinod typischer Küsten-Natur erhalten. Besonders beeindruckend sind das mit Brackwasserröhricht bewachsene Küstenüberflutungsmoor und das naturnahe Ästuar des Hellbachs. Für zahllose Vögel und Insekten ist das Areal ein unersetzliches Refugium zur Nahrungssuche, Fortpflanzung und Rast. Am Tag der Erkundung hielten sich hunderte Wildgänse im Gebiet und auf angrenzenden Ackerflächen auf, ein Seeadler zog majestätisch seine Runden.Doch die Schönheit des Gebietes, der Naturgenuss und -schutz wurden getrübt. Am Uferstreifen zwischen den Teßmannsdorfer Tannen und der Hellbach-Mündung rotteten alte Reifen vor sich hin. Daher erkundeten die Naturfreunde nicht nur die einmalige Landschaft, sondern trugen aktiv zum Schutz bei, indem sie die eingesandeten Reifen ausgruben und abtransportieren.

 

Die Hellbach-Mündung ist Teilgebiet eines LEADER geförderten Projekts

Der NABU möchte mit seinen Kooperationspartnern im Rahmen seines aus dem LEADER-Programm geförderten Projektes „Aktiv für den Riedensee: Bildung, Aufklärung und Schutz (einschließlich Hellbach-Mündung)“ diesen besonderen Landschaftsraum erlebbar machen, über seinen Schutzwürdigkeit aufklären und umwelttouristisch bzw. gebietsverbessernd aufwerten.

 

Alte Reifen gefährliche Quelle für Mikroplastik

Mittlerweile porös geworden stellten die Reifen eine geballte Quelle für Mikroplastik dar, das im Bereich der Hellbach-Mündung kontinuierlich in das Salzhaff gelangte. Dort reicherte es sich an und kann von Lebewesen wie Muscheln oder Fischen aufgenommen werden und über die Nahrungskette in die Mägen von Vögeln, Robben und uns Menschen gelangen. „Deshalb mussten die Reifen dringend hier raus“ erklärt Joachim Springer vom NABU und Koordinator eines LEADER-geförderten Projektes, das sich Bildung, Aufklärung und Schutz im Bereich der Hellbach-Mündung auf die Fahnen geschrieben hat. Besonders fatal findet Joachim Springer „dass Mikroplastik wie ein Magnet für Umweltgifte wirkt, die daran andocken und bei Aufnahme durch ein Lebewesen im Fettgewebe angereichert werden und krank machen können.“

 

89 alte Reifen am Ufer des Salzhaffs entfernt

Die Bergung gestaltet sich als aufwändig, da die Reifen in einem unzugänglichen Bereich mitten im EU-Vogelschutzgebiet „Wismarbucht und Salzhaff“ und dem Landschaftsschutzgebiet „Salzhaff“ liegen. Nur dank tatkräftiger Unterstützung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer und dem Einsatz des Technischen Hilfswerks (THW, Ortsverband Bad Doberan) mit einem Hägglunds-Fahrzeug konnte die schwierige Bergung gelingen. Insgesamt wurden ca. 89  Reifen entfernt. Das Umweltamt des Landkreises Rostock begrüßte die Aktion und übernimmt die fachgerechte Entsorgung der Altreifen.

 

Ein Herzliches Dankeschön allen Helferinnen und Helfern für ihre großartige Untersützung!

 

Tipp: Altreifen können über Autohändler/-werkstätten oder Wertstoffhöfe zurückgenommen werden, von wo aus sie einem Recycling oder einer fachgerechten Entsorgung zugeführt werde.

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Aktionsbericht Umweltbildungsveranstaltung mit Reifenbergung Hellbach-Mündung
20200107 Prj. Leader HBM AktBer. UBV+CCD
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Poster Mikroplastik durch Reifen im Meer
20191216 Plakat Mikroplastik und Reifen
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Erfolgreicher Küstenputz

21.09.2019: Müllsammelaktion am Strand des Naturschutzgebietes Riedensee

Einmal im Jahr machen Umweltverbände und Vereine mit einer weltweiten Aktion auf die Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam. Vor allem Plastikmüll verschmutzt die Meere massiv. Am Samstag, den 21. September war es wieder soweit. Rund um den Globus starteten mehr als einhunderttausend Umweltschützer zu Strand-Reinigungssaktionen.

Beim Coastal Cleanup Day geht es darum, an den Stränden angeschwemmten und von Menschen zurückgelassenen Müll zu sammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen. Mit der Aktion wird medienwirksam auf die leider stark zunehmende Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam gemacht.

In Kooperation mit dem Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Kühlungsborn rief auch der NABU Mittleres Mecklenburg e.V. dazu auf, sich am 21. September zu beteiligen. Vom Strandzugang 28 hinter der Ostseeklinik starteten 14 Sammlerinnen und Sammler Richtung NSG Riedensee, um Müll, achtlos Zurückgelassenes und Angeschwemmtes aus dem Strand- und Dünenbereich des Schutzgebietes zu entfernen.

Insgesamt wurden 122 Kilogramm Müll zusammengetragen - von Bonbonpapieren, Zigarettenstummeln, alten Dosen vom Fleischkombinat, über Strandmatten, Luftballons bis hin zu einem riesigen Tau war alles dabei.

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Aktionsbericht CCD 21.09.2019 NSG Riedensee
AB CCD Riedensee 21 09 2019.pdf
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Tag der Natur

im Naturschutzgebiet Riedensee

Foto vom Riedensee
Welche Lebewesen sind im und am Riedensee zu Hause?

Am Samstag den 17. August 2019 begaben wir uns gemeinsam mit unseren Fachgruppen, mit Expertinnen und Zoologen auf die Suche nach Tieren und Pflanzen im Naturschutzgebiet "Riedensee".  Unter anderem wurden die Fische im Riedensee untersucht, Fledermäuse erfasst und nach Käfern, Spinnen,  Vögeln und Kleinlebewesen ausschau gehalten. Ob klein oder groß, etwa 100 Naturbegeisterte verbrachten über den Tag verteilt einen spannenden und schönen Tag am Strandsee, um die "Bewohner" dieses einzigartigen Ökosystems kennen zu lernen, Tiere und Pflanzen zu entdecken oder einfach nur um zu genießen.

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Programm Tag der Natur im NSG Riedensee am 17.08.2019
20190813 LEADER Prj Riedensee Tag d Natu
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Bericht vom Tag der Natur im NSG Riedensee am 17.08.2019
20190817 LEADER Prj Riedensee AB Tag d N
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Erneuerter Dünenzaun im NSG Riedensee

schützt sensible Natur und dient der Besucherlenkung

Erneuerter Dünenzaun im NSG Riedensee
Erneuerter Dünenzaun im NSG Riedensee

Mit Ferienbeginn und Start der Hochsaison am Strand steht die Reparatur des Dünenzauns im Naturschutzgebiet Riedensee zwischen Kühlungsborn und Kägsdorf kurz vor ihrem Abschluss. Im Januar hatten Sturmfluten den Zaun erheblich beschädigt. Der NABU begrüßt die Instandsetzung durch die Stadt Kühlungsborn, denn hinter dem Zaun liegen besonders wertvolle und sensible Biotope wie Dünen, Brackwasserröhrichte und der Strandsee Rieden. Seltene, an solche Brackwasser- und küstentypischen Lebensräume angepassten Pflanzen- und Tierarten, die deshalb nur hier leben können, sollen dadurch besser geschützt werden. Beispielsweise braucht der Sandregenpfeifer, der seit Jahren versucht im Gebiet zu brüten, störungsarme Sand- oder Geröllflächen in Meeresnähe. Auch bestimmte Insekten (z.B. Laufkäfer) oder Spinnen benötigen unbedingt betretungsfreie Areale für die Fortpflanzung und damit den Erhalt der Vorkommen.

 

 Nun kann der Zaun entlang eines Informationspfades zum Riedensee wieder seine besucherlenkende Aufgabe erfüllen und dazu beitragen, sensible Bereiche zu schützen. Stellen, an denen illegale Trampelpfade in das Schutzgebiet führten, wurden zusätzlich mit Baumstämmen abgeriegelt. Aufgrund von touristischen Strandverbesserungsmaßnahmen mit Buhnenbau und Sandaufspülungen im Ostseebad Kühlungsborn 2012/2013, verpflichtete sich die Stadt einen Informationspfad, den Dünenzaun und Beobachtungsplattformen im NSG Riedensee zu errichten und zu pflegen. Die nun durchgeführte Wiederherstellung erfolgte in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rostock und dem NABU. Derzeit prüft die untere Naturschutzbehörde die Aufstellung weiterer NSG-Schilder, die auf das Naturschutzgebiet und damit verbundene Verhaltensregeln hinweisen.

Naturschutzgebiet Riedensee

Strand von Müll befreit

MüllsammlerInnen am Riedensee
Freiwillige Helferinnen und Helfer bei der Müllsammel-Aktion am Riedensee

Anfang März rief der NABU Regionalverband „Mittleres Mecklenburg“ e.V. zu einer Müllsammelaktion am Riedensee zwischen Kägsdorf und Kühlungsborn auf. An den Stränden des FFH- und Naturschutzgebietes war vor allem durch die Sturmfluten Anfang des Jahres jede Menge Müll angelandet. Neunzehn Kinder und Erwachsene packten mit an und trugen über 250 Kilogramm Abfall zusammen.

 

„Der abgesammelte Müll kann nun keinen Schaden mehr am einzig intakten Strandsee der westlichen Ostseeküste anrichten“ freuen sich Rebecca Kain und Joachim Springer, die beim NABU Regionalverband „Mittleres Mecklenburg“ e.V. im Rahmen des LEADER-Projektes „Aktiv für den Riedensee“ tätig sind. „Wir haben bei den Menschen eine große Offenheit für das Thema erfahren, was wir enorm wichtig finden.“

 

Verbleiben Plastikflaschen oder Windeln in der Natur, rotten sie 450 Jahre vor sich hin, während ihr Abrieb z. B. als Mikroplastik unsere Umwelt verseucht. Mittlerweile wurde der Abfall sortiert, denn Teile davon dienen Forschungszwecken. Datumsangaben auf manchen Objekten verraten bereits jetzt etwas über ihr Alter: eine Sprayflasche aus dem Jahr 1963, Plasteverpackungen mit VEB-Prägung, eine Cola-Flasche von 1988 sowie viele silberfarbene Trinkpäckchen und Süßigkeitenverpackungen aus den neunziger Jahren befanden sich unter dem Müll am Riedensee.

 

Naturschutz kann ganz einfach sein, findet Schutzgebietsbetreuerin Rebecca Kain: „Wer den Grundsatz beherzigt, was ich mitbringe, nehme ich auch wieder mit zurück, leistet seinen entscheidenden Beitrag für die Natur.“

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Aktionsbericht: Müll sammeln im NSG "Riedensee" am 03.02.2019
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Umweltverbände begrüßen Beseitigung des „Kugelfangs“ am Riedensee

Kägsdorf/Kühlungsborn, 12/2018. Im Naturschutzgebiet Riedensee ist in den letzten Wochen die bei Ortsansässigen als „Kugelfang“ bekannte Schutt- und Abfallablagerung zwischen Ostsee und Riedensee beseitigt worden. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) hat in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rostock diesen Störkörper an der Küste endgültig abtragen und ordnungsgemäß entsorgen lassen. „Das begrüßen wir ausdrücklich“ sagt Joachim Springer, der beim NABU Projektleiter für das Projekt „Aktiv für den Riedensee – Bildung, Aufklärung und Schutz“ ist. „NABU und BUND haben sich in den letzten Jahren für die Beseitigung des „Kugelfangs“ eingesetzt und freuen sich jetzt über die Beseitigung der Gefahr und die naturnahe Wiederherstellung dieses Küstenabschnittes.“

Zuletzt hatte die Sturmflut vom 4./5. Januar 2017 diese Altlast angeschnitten und ihr Inventar, das unter anderem aus Bauschutt, Schrotteilen, Kunststoffabfällen und nicht zuletzt aus massenhaft Asbestbruchstücken bestand, dem Zugriff der Ostsee zugänglich gemacht. Damit nicht weiterhin gerade auch Kunststoffabfälle oder Asbest auf den Strand und in das Meer gelangen, war die vollständige Beräumung dringend nötig. Mit dem Rückbau dieser Altlast setzt das StALU MM auch eine Maßnahme der FFH-Managementplanung des gleichnamigen FFH-Gebietes um.

Wellen erreichen den Schuttberg im NSG Riedensee
2017: Bei einer Sturmflut im Januar reichen die Wellen bis an den Schutt- und Abfallberg und beginnen ihn abzutragen.
2018: Der Schuttberg im NSG Riedensee wurde entsorgt.
2018: Der Schutt- und Abfallberg im Naturschutzgebiet Riedensee wurde entsorgt.