Tag der Anti-Atomkraft

Erlebnisse aus Hamburg und Schleswig-Holstein

Am 24. April 2010 rief ein Bündnis aus Parteien, Umweltverbänden und Gewerkschaften die Bevölkerung zur sogenannten „Kettenreaktion“ auf. Die „Kettenreaktion“ war ein Protest gegen die Nutzung der gefährlichen Atomenergie und die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken. An dieser Protestaktion nahmen auch einige Mitglieder des NABU Mittleres Mecklenburg teil.

Es hatten sich so viele Menschen in Rostock eingefunden, dass 2 Busse fast voll besetzt waren. Auf der Hinfahrt wurde noch eine Dokumentation von NDR 3 gezeigt, in der eine Reporterin den Atomkraftwerkbetreibern auf den Zahn fühlte. Eine sehr ernüchternde Dokumentation, die auch zeigte, wie hilflos die Behörden in einem Ernstfall wären.

In der Nähe von Ütersen angekommen, hat das Wetter uns freundlich mitgespielt. Die Sonne strahlte und wärmte schon. Wir warteten erst noch, die Kette sollte 14.30 Uhr geschlossen werden, und wir hatten noch Zeit. Ein Bus mit Sympathisanten aus Greifswald kam auch noch an unseren Streckenabschnitt. Die Mitstreiter kamen aus allen Altersklassen, wobei viele Junge dabei waren, Schüler, Studenten. Es wurde Kreide verteilt und einige legten sich auf die Straße und wurden von anderen mit Kreide umrandet, so dass eine liegende Kette von Menschen an manchen Orten zu sehen war. 14.30 Uhr rückte näher und wir fingen an uns zu verteilen. Streckenposten auf Fahrrädern fuhren vorbei und dirigierten uns. Außerdem wurden noch zusätzlich Bänder verteilt, gelb-schwarz um zu zeigen, wer für die geplante Laufzeitverlängerung zuständig ist, die wir zwischen uns hielten um die Kette zu strecken. Leider hatte die Kette trotz allem Löcher.

Manch Autofahrer fuhr an unserer Kette vorbei und rümpfte die Nase, wir standen mitten auf der Straße, was so mit der Polizei abgemacht war, die auch ab und an vorbei fuhr. Andere fuhren durchaus langsam und respektvoll.

Anschließend ging es noch nach Elmshorn. Dort fand eine Großkundgebung mit Bühne statt, wo wir das erste Mal hörten, dass über 115 000 Menschen an der Kette teilnahmen! Wow, von anfänglich 25 000 erhofften auf mehr als das 4-fache! Wir erfuhren dass sehr viele Busse auch aus Berlin kamen! An der vorher vereinbarten Zeit trafen sich die Rostocker wieder an der Bushaltestelle und nachdem wir doch etwas später in unseren Bussen waren (Busauflauf!) ging es wieder Richtung Osten.

 

Kommentare der Teilnehmer vom NABU Rostock:

 

„Schön, dass doch so viele Menschen Flagge zeigten gegen eine Technik, die nicht ausgereift ist, die nicht weiß wohin mit ihrem Müll und die auch nicht sicher ist.

Was heißt das in Zukunft für mich? Nicht einfach gläubig irgendwelche Forschungsergebnisse glauben, sondern genau hingucken, von wem sie kommen und wie die Macher evtl. verstrickt sind“.

(Michaela Fritz)

 

 

„Angesichts der katastrophalen Auswirkungen bei einem Reaktorunfall wie damals in Tschernobyl, muss doch jedem klar sein das die Nutzung der Atomenergie eine Risikotechnologie ist. Hinzu kommt noch die lang andauernde Belastung der Umwelt durch den radioaktiven Abfall aus den Kraftwerken, für den es offensichtlich keine echte Endlagerungsmöglichkeiten gibt. Die Bevölkerung soll das einfach so in Kauf nehmen? Ich finde, das darf nicht sein“!

(Arvid Elsner)

 

"Die Kettenreaktion war für mich ein friedliches Zeichen für erneuerbare Engergien und für unsere Umwelt. Die verschiedensten Menschen kamen zusammen um ein eindeutiges Signal zu setzen".

(Tina Hernrich)

 

von Michaela Fritz, Arvid Elsner, erschienen am 1.05.2010