Seit 1993 beschäftigen sich die Mitglieder der Fachgruppe mit dem Schutz des einheimischen Igels (Erinaceus europeaus L.) in Mecklenburg-Vorpommern.
In Deutschland ist der Igel durch das Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig geschützt. In einigen Bundesländern, so auch in Mecklenburg-Vorpommern, steht er bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.
Was machen wir?
Öffentlichkeitsarbeit
Viele Gefahren bedrohen das Fortbestehen der Igelpopulationen. Um Igel langfristig zu schützen, ist es erforderlich, eine breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und sie über das Leben dieser Tierart, ihre Ansprüche an den Lebensraum und über mögliche Gefahren aufzuklären. Nur mit dem nötigen Wissen ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur möglich. Neben der Ausgabe von aktuellem Informationsmaterial nehmen Mitglieder der Fachgruppe an Veranstaltungen von Natur-, Umwelt- und Tierschutzvereinen sowie anderer Einrichtungen teil. Auf großen Tafeln und Aufstellern, die von der Fachgruppe gestaltet wurden, erfahren die Besucher viel Wissenswertes rund um den Igel. Außerdem werden Vorträge und Seminare in Schulen und anderen Einrichtungen gehalten.
Unterbringung und Versorgung hilfsbedürftiger Igel
Zunehmend werden verletzte und geschwächte Igel sowie verwaiste Jungtiere aufgefunden. Um diese Igel artgerecht unterbringen und versorgen zu können, wurde eine Igelstation aufgebaut. Hier wurden seit Gründung ca. 1000 Tiere betreut und aufgezogen. Die meisten dieser Igel konnten nach ihrer Behandlung erfolgreich ausgewildert werden.
Kartierungsmaßnahmen im Stadtgebiet von Rostock
Alle Igel, die in der Igelstation Aufnahme finden, werden statistisch erfasst. Diese Statistiken, die es seit Bestehen der Igelstation in Groß Potrems gibt, liefern wichtige Fakten zu Igelvorkommen im Stadtgebiet von Rostock. So kann anhand dieser Unterlagen über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren zurückverfolgt werden, wo Igel lebend aufgefunden wurden. Außerdem gibt es auch eine Liste von Totfunden (hauptsächlich Verkehrsopfern), die laufend erweitert wird.
Wie können Sie helfen?
Die Mitglieder der Fachgruppe arbeiten ehrenamtlich und engagiert. Die Igelstation wird zudem rund um die Uhr betreut. Um allen Aufgaben gerecht zu werden, suchen wir dringend neue Mitstreiter! Über Interessenten freuen wir uns! Kontakt können Sie gerne unter der unten angegebenen Telefonnummer aufnehmen! Da der praktische Igelschutz viel Geld kostet, freuen wir uns über Ihre Spende!
Spendenkonto:
Kennwort: Igelschutz
Konto-Nr.: 38 858 00
BLZ: 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft AG
Wen sprechen Sie an?
Heidi French
Dorfstr. 22
18196 Groß Potrems
Tel.: 038208/13472
E-Mail: heidi.french (at) uni-rostock.de
Ende Mai 2010 verließ der letzte von 39 Igeln, die in der Igelstation überwintert haben, das Igelhotel. Er wurde in der Nähe seines Fundortes in einem Naturgarten ausgewildert. Seit August 2009 wurden 91 Igel in der Igelstation betreut. Zum großen Teil waren es verwaiste Jungtiere, deren Mütter durch Unfälle (Straßenverkehr, Einsatz von elektrischen Gartengeräten, Bautätigkeiten) ums Leben kamen. Hinzu kamen acht verletzte Igel sowie mehrere kranke und geschwächte Tiere.
Im Januar und Februar 2010 wurden insgesamt neun Igel im Schnee herumirrend aufgefunden, die dann ebenfalls in der Igelstation abgegeben wurden. Ein aktueller Fall betrifft ein männliches Jungtier, welches in eine Baugrube gefallen war und sich aus eigener Kraft nicht wieder befreien konnte. Am Pfingstmontag wurde er völlig entkräftet und unterkühlt aufgefunden und in die Igelstation gebracht.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurden u. a. folgende Projekte durchgeführt:
Weitere Tätigkeiten sind geplant:
Außerdem ist eine dringend notwendige Sanierung des Igelhotels für den Sommer vorgesehen. Hierfür und auch für die Versorgung der zukünftigen Igelpfleglinge suchen wir Helfer und Sponsoren
52 Jung-Igel und verletzte Tiere pflegte Heidi French in der vergangenen Saison in der NABU-Igelstation. „Saison“ heißt für die Igelfreundin die Zeit vom frühen Herbst bis zum nächsten Frühjahr. Ab Sepember vergeht kaum ein Tag, an dem nicht das Telefon klingelt und ein Notfall gemeldet wird.